Sport Glosse

Am Umgang mit deinen Paralympischen Sportlern sollst du dich erkennen

Johann Skocek über die ignorierten Paralympiker | BEWEGUNG STADTLEBEN | aus FALTER 05/17 vom 01.02.2017

Anna Fenninger war eine großartige Skirennläuferin. Dann stritt sie mit dem ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel, verletzte sich, änderte eines Mannes wegen ihren Namen in Veith. Nun kämpft sie verbissen um ein Comeback. Das verdient Respekt und Reserviertheit. Ist es vertretbar, einen geschundenen Körper derart zu züchtigen? In ein paar Tagen eröffnen sie die Alpine Ski WM in St. Moritz, Anna Veith wird eher nicht dabei sein und ihr Schicksal wird durchgekaut worden sein. Als Beispiel für Zielstrebigkeit oder Sturheit, man darf es sich aussuchen. Da ist die Ski-WM der Paralympiker, aka Behindertensportler, längst vorbei. Am Freitag, als ich in einem gemütlich dahinscheppernden ÖBB-Railjet diese Zeilen dichtete, hatte das Österreichische Para-Ski-Team schon drei Goldene und eine Silberne gewonnen. Nach zwei Tagen. Bei der WM 2015 gewannen sie übrigens drei Medaillen mehr (12) als die ÖSV-Kapazunder (9), Fenninger-Veith war noch mit zwei Goldenen dabei. Heuer, ohne sie, wird der Abstand noch größer werden. Leider kürzt Sportminister Hans Peter Doskozil dem Behindertensportsektor die -ohnehin bagatellhaft kleine -Subvention. Das nennt man kurzsichtig. Freundlich ausgedrückt. F


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