Anleitung zum Helfen und Handeln

Diagnose Schuld: Im neuen Film der Dardenne-Brüder "Das unbekannte Mädchen" geht es um den Tod vor verschlossenen Türen

FILMKRITIK: MICHAEL OMASTA | FEUILLETON | aus FALTER 05/17 vom 01.02.2017

Man könnte sich die beiden sympathischen älteren Herren auch gut als praktische Ärzte vorstellen. Mit ihren Filmen fühlen Jean-Pierre und Luc Dardenne unserer Zeit den Puls. Die beiden Brüder, Belgiens berühmteste Regisseure, sind Gesellschaftsdiagnostiker. Jetzt haben sie eine junge Ärztin zur Hauptfigur ihres neuen, zehnten Spielfilms, "Das unbekannte Mädchen", gemacht.

Dr. Jenny Davin, gespielt von Adèle Haenel, hat für ein paar Wochen die Vertretung eines erkrankten Kollegen übernommen. Die Praxis liegt an der Schnellstraße von Seraing, einem Vorort von Lüttich, der seit dem Niedergang der dortigen Stahlindustrie als sozialer Brennpunkt gilt.

Eines frühen Abends, die Sprechstundenzeit ist längst vorüber, läutet es kurz an der Gegensprechanlage. Als ihr Praktikant den Türöffner drücken will, belehrt Jenny ihn: Ein guter Arzt müsse seine Gefühle im Griff haben. Niemandem sei damit geholfen, wenn man bis zur Erschöpfung immer weiterarbeite und dann einen Fehler mache.

  723 Wörter       4 Minuten
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