Vor 20 Jahren im Falter Wie wir wurden, was wir waren

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WIR ÜBER UNS | aus FALTER 05/17 vom 01.02.2017

So alle 20 Jahre ergeben sich politische Zyklen von Neubesetzung, Revirement, Abdankung und frischem Beginn. Diese kleinteiligen Falter-Covers reagierten auf eine Fülle von Themen, an denen das Blatt nicht vorbeikonnte. Zum Beispiel das neugebildete Regierungsteam mit Folgen.

Rudolf Scholten musste als Kulturminister gehen, eine Konzession an die Kronen Zeitung, und, eine zweite, Caspar Einem musste das Innenressort räumen und wurde Infrastrukturminister. Klaus Nüchtern und Markus Wailand interviewten Scholten im Kulturteil. Nüchtern sprach auch mit dem Leiter der nun mangels Ministerium ins Kanzleramt übersiedelten Kunstsektion. Sein Name: Andreas Mailath-Pokorny.

Rudolf Edlinger wurde Finanzminister, Brigitte Ederer Wiener Finanzstadträtin.

"Ich möchte gern mit 70 oder 80 eine weise, gutmütige alte Frau sein -ich möchte nicht verbittern", sagte sie. "Um nicht zu verbittern, darf man sich nicht irgendwann einmal denken: Hätte ich doch damals dieses oder jenes gemacht, dann wäre mein Leben anders verlaufen.( ) Viel realistischer als das Planen ist im politischen Geschäft die Vorstellung, dass dies alles nur geborgt ist, dass es morgen aus sein kann."

Frauenministerin wurde eine gewisse Barbara Prammer, eine 43-jährige Soziologin aus Linz. Beim Betrachten ihres jugendlichen Fotos wird man nachdenklich. "Erst soll man die Frauen fragen, was sie brauchen, und dann handeln. Nicht umgekehrt", war ihr knappes Statement.

Der Soziologe Günther Ogris (damals wie heute Chef des Meinungsforschungsinstituts Sora) kommentierte konzise das "blau-rote Gespenst". Diese Kommunikationsstrategie der ÖVP laufe darauf hinaus, eine kommende schwarz-blaue Koalition zu legitimieren. So kam es dann.

Martin Staudinger und der Chronist interviewten Christian S. Ortner, den Chefredakteur der soeben eingestellten Wirtschaftswoche. "Momentan suchen wir weniger nach Partnern, als dass Ideen an uns herangetragen werden", sagte der. Wenig später war er bei Fellners neugegründetem Magazin Format.


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