"Da sitzt ein Terrorist!"

Harte Gesetze, lange Haftstrafen. Und dann? Zwei Sozialwissenschaftler sprachen mit Dutzenden Dschihadisten, Sozialarbeitern und Justizbeamten. Ihre soeben veröffentlichte Studie zeigt: Österreich steht bei der Deradikalisierung am Anfang


BERICHT: LUKAS MATZINGER
POLITIK | aus FALTER 05/17 vom 01.02.2017

Raub, Raub, Raub, Vergewaltigung, Raub." Bojan zählt im Spazierhof seine Kollegen durch -besser gesagt: die Gründe, weswegen sie hier sind. "Da drüben Mord und noch einmal Raub." Bojan weiß, dass diese Worte Wirkung haben. Er genießt es, wenn sich in seinem Gegenüber ein bisschen Schauder zeigt. "Und oben, auf der anderen Abteilung, da sitzt ein Terrorist!"

Im Jugendgefängnis Gerasdorf ist gerade Hofpause. Wenn um 14.30 Uhr die Kreissägen und Hebebühnen in den Lehrbetrieben ausgeschaltet sind, genießen die Burschen den "Spaziergang im Freien", wie das Gesetz es nennt. Es ist kalt und der Himmel blau, beim Armdrücken frieren die Ellbogen.

120 Burschen und junge Männer sitzen in der Justizanstalt nahe Wiener Neustadt. "Die Terroristen" sind ein großes Thema hier. Die Burschen hören im Fernsehen von den Anschlägen, den verübten und den vereitelten, und der Diskussion, die daraus folgt. In letzter Zeit kommen oft Journalisten nach Gerasdorf, die nach den Wurzeln von Radikalisierung

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