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oe24.TV: Fellner und die wundersame Kündigung

BENJAMIN BREITEGGER | MEDIEN | aus FALTER 05/17 vom 01.02.2017

In Unternehmen mit fünf Angestellten oder mehr können Mitarbeiter einen Betriebsrat gründen - das schreibt das Arbeitsverfassungsgesetz vor. Nicht alle Chefs sehen das gerne, dürfen eine Wahl aber nicht verhindern. Niki Fellner, Geschäftsführer des Fernsehsenders oe24.TV, hat nun seinen langjährigen Chef vom Dienst János Fehérváry freigestellt -nachdem dieser zuvor einen Betriebsrat hatte gründen wollen. Fehérváry berichtet von Zwölf-bis 16-Stunden-Schichten und unbezahlten Überstunden. Fellner bestreitet einen Zusammenhang zwischen Betriebsratsgründung und sofortiger Freistellung, er habe Fehérváry aus "betriebswirtschaftlichen Gründen" gekündigt.

oe24.TV gehört zur Mediengruppe Österreich. Es ist nicht die erste Fehde im Haus: Bereits im Dezember forderte die Verlagsleitung rund 40 Redakteure von Österreich auf, aus dem Kollektivvertrag für Journalisten auszutreten. Mitarbeiter baten die Journalistengewerkschaft damals um Rechtsbeistand.

Im Vorjahr drohte Red-Bull-und somit Servus-TV-Chef Dietrich Mateschitz, den Sender zu schließen, sollte ein Betriebsrat entstehen. Mehr als 200 der rund 260 Mitarbeiter unterschrieben in der Folge einen offenen Brief, in dem sie versicherten, nicht über eine Gründung nachzudenken.


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