Vier Versionen eines Lebens

Zu seinem 70er veröffentlicht Paul Auster den 1200 Seiten starken Entwicklungsroman "4 3 2 1"


REZENSION: SEBASTIAN FASTHUBER

FEUILLETON, FALTER 05/17 vom 01.02.2017

Zuerst ein Witz: Ein russischer Jude namens Reznikoff verlässt mit 19 seine Heimat, um in Amerika sein Glück zu finden. Als er nach langer Reise erschöpft im Hafen von New York ankommt, rät ihm ein Mitreisender, seinen alten Namen zu vergessen. Ein amerikanisch klingender Name müsse her. Mit Rockefeller würde er nichts falsch machen. Als Reznikoff endlich vor dem Einwanderungsbeamten steht, kann er sich schon nicht mehr an seinen neuen Namen erinnern. "Ich hob fargessen!", ruft er aus. Und so beginnt Isaac Reznikoff sein neues Leben als Ichabod Ferguson.

Der Ferguson-Familienlegende zufolge ereignete sich diese Szene am 1. Jänner 1900. Ein neues Jahrhundert, ein neuer Name, ein neues Land und eine neue Sprache: Ferguson, dem "hebräischen Riesen mit absurdem Namen", war das entschieden zu viel Neues. Amerika brachte ihm kein Glück, er kam nie richtig an, schaffte es nur bis zum Hilfsarbeiter und verstarb mit 45 an einem Herzinfarkt.

Knapp zwei Jahre später, am 3. März 1947, wird

  1052 Wörter       5 Minuten
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