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Pressekolumne


NINA HORACZEK
MEDIEN | aus FALTER 05/17 vom 01.02.2017

Es war ein Interviewmarathon. Im 20-Minuten-Takt gab das frisch angelobte Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen vergangenes Wochen ende in der Hofburg seine Antrittsinterviews. Brav stellten sich die Tageszeitungen um eine Audienz beim Bundespräsidenten an. Der Gratiszeitung Heute verrät Van der Bellen, dass er das Dschungelcamp nicht kennt, den Vorarlberger Nachrichten verspricht er spätestens zu den Bregenzer Festspielen einen Ländle-Besuch, im Kurier ist er "Präsident für die Mutbürgerinnen und Mutbürger", und aus der Kronen Zeitung erfahren wir, dass der Präsident kein Raucherkammerl hat (er darf bei offenem Fenster rauchen) und sich für die Antrittsrede vom Klappentext eines Buches des schottischen Krimiautors Ian Rankin inspirieren ließ.

Aber die wirkliche Bombe hat Österreich. Das Fellnerblatt verspricht auf dem Cover das "1. Interview " mit dem Bundespräsidenten. Also ganz exklusiv das, was all die anderen Zeitungen auch haben. Dafür scheiterte Österreich. Denn im Gegensatz zur Krone konnte es dem neuen Präsidenten "nicht entlocken, wo sein Raucherkammerl liegt".


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