Rauchen kann Ihrer Inszenierung schaden

Das Nichtrauchergesetz verbietet Rauchen auf der Bühne, doch die Wiener Theaterdirektoren wollen das nicht hinnehmen. Eine sehr österreichische Geschichte

RECHERCHE: MARTIN PESL | FEUILLETON | aus FALTER 05/17 vom 01.02.2017

Sie dürfen hier nicht rauchen, das ist pietätlos", tadelt Pater Finnegan die aufmüpfige Maude in Colin Higgins' "Harold und Maude" an den Kammerspielen. Schließlich befinde sie sich auf einem Friedhof. Der Gesundheit der umliegenden Passivraucher im Stück wird Maudes Qualmerei kaum schaden, höchstens jener des Publikums. Aber auch das nicht, denn sie qualmt gar nicht wirklich.

Zwar schwärmt sie ihrem Freund Harold vom "dunklen Tabak, sehr würzig" vor, aber ihre Zigarette bleibt unangezündet. Im Rahmen einer Inszenierung, die sonst prinzipiell auf realistische Darstellung setzt, sorgt das für Befremden.

Der Grund für diese szenische Inkonsistenz liegt ein knappes Dreivierteljahr zurück. Am 24. Mai 2016 erging ein Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit an die acht Landesamtsdirektoren der Bundesländer und den Wiener Magistratsdirektor. Man habe den Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes mit der Klärung der Frage beauftragt, ob ein Rauchverbot auf Theaterbühnen dem

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