Wie gedruckt

Pressekolumne


Nina Horaczek
Medien | aus FALTER 06/17 vom 08.02.2017

Allahu akbar", schreibt krone. at, "Junge Migranten sorgen für Panik in Wiener U-Bahn". Hat der Terror das Wiener Öffinetz erreicht? Müssen wir uns fürchten, wenn wir in die U-Bahn steigen? Ja, meint die Kronen Zeitung und berichtet in der Printausgabe über einen "Allahu-akbar-Alarm" in der U-Bahn. Praktischerweise hatte die Krone gleich einen eigenen "Terrorexperten" vor Ort, der dem Blatt berichtete, "Jugendliche mit Migrationshintergrund" hätten im U-Bahn-Waggon herumgeschrien und dabei mit Pistolen, vermutlich Softguns, hantiert. Fahrgäste seien in Panik geraten. "Sogar Schüsse sollen gefallen sein", schreibt die Krone.

Die Polizei hat die Bilder aus der Überwachungskamera analysiert. Statt Terroristen sind Burschen zu sehen, die in der U-Bahn eine Schreckschusspistole in die Luft halten. Die Fahrgäste habe dies "nicht interessiert". Es sehe so aus, als ob es "ein Scherz" gewesen sei, sagt der Polizeisprecher, "wenn auch ein schlechter". Nichts mit Allahu akbar oder Panik - aber da war der Artikel in der Krone längst gedruckt und gelesen.


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