Buch der Stunde

Wer "betreten" sagt, muss auch "verboten" sagen

Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 06/17 vom 08.02.2017

Zunächst hält man ein ausnehmend schönes Buch in Händen. Den Texten von Peter Waterhouse stehen in "Die Auswandernden" Zeichnungen von Nanne Meyer zur Seite, die das Geschriebene nicht illustrieren, sondern begleiten, so wie der Erzähler eine junge Frau namens Media bei ihren Versuchen, in Österreich Asyl zu erhalten und Deutsch zu lernen. Auf je 15 bis 20 Seiten Text, der zwischen lyrischer Prosa und sprachphilosophischem Traktat changiert, folgen sieben Doppelseiten mit Zeichnungen, die bestimmte Worte wie "Anhaltezentrum" aufgreifen und sie bildhaft noch einmal anders ausdrücken.

"Die Auswandernden" kreist um Flucht, Recht und Sprache. Im Mittelpunkt steht, wie immer bei Waterhouse, Letztere. Der Text beginnt mit dem Versuch, eine im Einsiedlerpark im fünften Bezirk aufgestellte Tafel, die von einem 1936 begangenen Mord berichtet, zu entschlüsseln. Der Erzähler und Media, die mit ihrer achtjährigen Tochter aus einem Land im Kaukasus aufgebrochen ist, stoßen bei einem Spaziergang

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