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Kein Geld: daStandard.at wird eingestellt

Benjamin Breitegger | Medien | aus FALTER 06/17 vom 08.02.2017

Sieben Jahre hat es ihn gegeben, jetzt wird daStandard. at eingestellt. Für eine eigene Website gebe es zu wenige Ressourcen, erklärte Rainer Schüller, stellvertretender Chefredakteur des Standard.

Mit daStandard.at wollte man der gesellschaftlichen Vielfalt gerecht werden. Die Kinder der Gastarbeiter und Geflüchteten seien "gekommen, um zu bleiben", schrieb die Redaktion 2010. Nachwuchsjournalisten mit Migrationsbiografien berichteten in den folgenden Jahren über den migrantischen Alltag abseits von Leidensgeschichten. Den Anspruch, jeden Tag eine neue Geschichte zu bringen, konnte die Redaktion zuletzt nicht mehr einlösen. "Wenn Weihnachten zweimal kommt" ist der Titel der Aufmachergeschichte Anfang Februar.

Ziel des "Tschuschenstandard", wie er anfangs ironisch in der Redaktion genannt wurde, war es, dass Journalisten mit Migrationshintergrund später bei klassischen Medien anheuern. Das ist gelungen. Frühere Mitarbeiter recherchieren heute beim Standard, der Wiener Zeitung, News und dem Fernsehsender ATV. Hat daStandard.at seinen Zweck erfüllt? Sogenannte Integrationsseiten waren immer eine Übergangslösung. Es bleibt zu hoffen, dass Berichte über migrantische Milieus nicht abnehmen, wenn es diese Seiten nicht mehr gibt.


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