Eine Frage des guten Geschmacks

Die Stadt Wien lässt den Pächter des Schlosses Cobenzl delogieren, weil der Betrieb nicht mehr zeitgemäß sei. Sie hat lukrativere Pläne mit dem Grundstück in bester Lage


Begehung: Birgit Wittstock
Stadtleben | aus FALTER 06/17 vom 08.02.2017

Olaf Auer ist das, was man einen Mann der alten Schule nennt. Morgens um neun Uhr bereitet er -in Bundfaltenhose, Krawatte und Sakko, das lichte Haar akkurat über die hohe Stirn seitengescheitelt -alles für seine ersten Gäste vor, gibt seinen Angestellten straffe Anweisungen, ehe er die Tür zum Café-Restaurant Cobenzl aufsperrt. An seinem Revers erinnert eine goldene Anstecknadel mit drei stilisierten Segelfliegern an seine Zeiten in der Luftfahrt. Mehr als drei Jahrzehnte ist es her, dass Auer, 73, Fluglehrer beim Österreichischen Bundesheer und Pilot war, dass er aber zu jenen Menschen gehört, denen die Vergangenheit besonders wichtig ist, weiß man spätestens, wenn er sich als Herr Kommerzialrat vorstellt. Kommerzialrat und Schlossherr -wobei Letzteres nur noch für wenige Wochen. Dann nämlich wird Olaf Auer sein selbstgebautes Schloss am Cobenzl räumen müssen. Freiwillig oder unfreiwillig. Die Gerichte haben längst entschieden.

Am 31. Dezember 2012 hat die Stadt Wien nach

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