Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 06/17 vom 08.02.2017

Pop

Lift to Experience: The Texas Jerusalem Crossroads

Josh T. Pearson macht keine Alben, er baut Kathedralen. Zwei hat der in Europa lebende Texaner bis dato vollendet. Neben einem düster-balladesken Solowerk ("The Last of the Country Gentlemen", 2011) wäre da "The Texas Jerusalem Crossroads" aus 2001, das er noch im Trio Lift to Experience einspielte und nun neu mischen ließ. Das 90-minütige Opus voll Noise, Psychedelik und Bibelzitaten klingt immer noch wie nichts anderes auf der Welt. Übersehenes Meister-oder bizarres Machwerk? Ganz klar beides. (Mute) SF

Pop

Antilopen Gang: Anarchie und Alltag

"Deutschland muss sterben, damit wir leben können", sang einst die deutsche Parolenpolitpunkband Slime. Die Antilopen Gang, Deutschrapper mit Punknähe, sehen das ähnlich: "Atombombe auf Deutschland, dann ist Ruhe im Karton /Komm, wir bomben einen Krater, und dann fluten wir das Loch", heißt es in jener Mischung aus Holzhammer, Botschaft und Humor, die das Trio an die Spitze der Charts geführt hat. Wie für Slime gilt auch hier: in kleinen Dosen genossen ganz gut, auf Dauer etwas ermüdend. (JKP) GS

Musik X

Manu Delago: Metromonk

Das Hang ist ein ungewöhnliches Instrument. Es sieht aus wie ein Miniatur-Ufo, ist aus Stahl und wird gestreichelt und geklopft. Ungewöhnlich ist auch Manu Delagos Karriere. Der in London lebende Tiroler Hang-Meister gehört Björks Liveband an, er tourt mit der World-Jazzerin Anoushka Shakar und dem elektronischen Cinematic Orchestra. Solo vereint Delago esoterisch angehauchte Klangmalerei und flottere Stücke, die in Richtung Club schielen. Meist instrumental, immer atmosphärisch und elegant. (Tru Thoughts) GS

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FALTER 46/18

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