Die Anti-Politikerin

Die KPÖ verteidigte in Graz Platz zwei: Wie Elke Kahr der SPÖ, der FPÖ und den Grünen die Wähler abluchst


Analyse: Gerlinde Pölsler
Politik | aus FALTER 06/17 vom 08.02.2017

Montag, am Tag nach der Wahl. Wohnungsstadträtin Elke Kahr hat Sprechstunde. Eine Frau wartet schon, jetzt setzt sich auch ein Mann mit Haube auf die Bank vor dem Büro. Warum er da ist? Heute nur, um danke zu sagen. "Frau Kahr hat mir schon oft geholfen." Wenn er die Miete nicht mehr zahlen konnte oder etwas im Haushalt kaputt geworden ist, habe sie ihm Geld gegeben. "Von den anderen kriegst du nix, gar nix", sagt er. Georg Kraus, 54, hat 34 Jahre in einem Sägewerk gearbeitet, dann bei McDonald's. Seit zwei Jahren ist er arbeitslos. Job könne ihm Kahr keinen verschaffen, "aber was für ein Politiker gibt sein eigenes Geld her? Dafür haben wir sie gern." Kraus meint damit, dass alle steirischen KPÖ-Funktionäre einen Teil ihres Gehalts in ihren Sozialtopf einzahlen. "Die SPÖ schaut ja nicht mehr auf die Arbeiter, aber die Frau Kahr weiß ganz genau, was los ist. Verstehst mi?"

Außerhalb von Graz ist man verwirrt: Nicht nur legt ÖVP-Chef Siegfried Nagl nach 14 Jahren als Bürgermeister

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