Revolution

Hier irrt Žižek: Warum die Linken keinen neuen Lenin brauchen


Matthias Dusini
Falter & Meinung | aus FALTER 06/17 vom 08.02.2017

Die Revolution sucht ihre Kinder. In einem Kommentar für die Neue Zürcher Zeitung ging der slowenische Philosoph Slavoj Žižek mit der Linken hart ins Gericht. Eine der Ursachen für den Sieg Donald Trumps bei den Präsidentschaftswahlen sei die Political Correctness. Themen wie die Transgender-Toiletten hätten den Blick auf die wahren Probleme verstellt. Die Entrechteten hätten sich dafür gerächt, dass ihre Anliegen von Hillary Clinton überhört wurden.

Žižeks Argumentation wurzelt in der marxistischen Idee, dass der Kampf um gesellschaftliche Anerkennung zuerst auf einer ökonomischen Ebene stattfinde. Alle weiteren Konflikte, etwa die Unterdrückung von Frauen und ethnischen Minderheiten, würden sich lösen lassen, wenn die Ungleichheit zwischen Kapitalist und Arbeiter beseitigt sei. Zuerst der Klassenkampf, dann der Antirassismus und Antisexismus.

Tatsächlich drängen akademische Fragestellungen wie die gendergerechte Schreibweise klassische politische Themen wie Bildung und

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