Wie klingt die Gegenwart?

Zeitgenössische Musik: Das Impuls Festival in Graz fördert junge Komponistinnen und Komponisten

Maria Motter | Lexikon | aus FALTER 06/17 vom 08.02.2017

Zweihundertvierzig junge Komponistinnen und Komponisten sowie Musikerinnen und Musiker aus über 50 Nationen werden dieses Jahr an der Impuls Akademie teilnehmen. Das ist ein neuer Rekord. "Irgendwann einmal wird es an Platz fehlen!", lacht Kuratorin Ute Pinter und freut sich auf das Impuls Festival. "Diese jungen Menschen sind alle schon in zeitgenössischer Musik ausgebildet. Sie bekommen Coachings, machen Kammermusik und werden Teil des Festivals", erklärt Pinter.

Begonnen hat Impuls mit der Akademie, die zu einem Festival angewachsen ist. Eröffnen wird das Klangforum Wien mit den Uraufführungen jener Stücke, die durch den Kompositionswettbewerb entstanden sind: "We are destroyed" von Lorenzo Troiana, "A way after remains and reflections" von Adam McCartney, "kama" von Michalis Paraskakis, "We were dead and we could breathe" von Carolyn Chen und "iota" von Diana Soh (Helmut-List-Halle, 10.2., Gespräch: 18.00; Uraufführungen: 19.30)."Wir haben auch Improvisationswerkstätten, aber an und für sich ist es Musik von der klassischen Moderne, 20. und 21. Jahrhundert, bis hin zu vielen Uraufführungen", erläutert Pinter.

Das Grazer Ensemble Schallfeld ist zugleich das Ensemble in residence des Impuls Festivals. Das Trio Accanto spielt ein Konzert (Mumuth, 16.2., 20.00), das sind der Saxofonist Marcus Weiss, Pianist Nicolas Hodges und Perkussionist Christian Dierstein, die immer wieder bei der Impuls Akademie lehrten.

All jenen, die mit Impuls noch nicht vertraut sind, bietet das Festival gute Gelegenheiten, "in die zeitgenössische Musik hineinzuschnuppern und einfach mal vorbeizuschauen", rät Pinter. Etwa bei den Konzerten im Kunstsalon in der Kunstwirtschaft. Zudem gibt es Formate wie die Impuls Minutenkonzerte, auf die man bei einem Rundgang durch Grazer Galerien stößt (18.2., ganztägig), oder das Programm "Translucent spaces", für das sich der Grazer Komponist Klaus Lang mit neun Kollegen in der Stadt nach spannenden Orten umschaut und mit Konzerten überraschen wird.

Ein besonderes Symposium wird am 15. Februar stattfinden. Pinter hat gemeinsam mit dem österreichischen Experimentalfilmemacher Peter Tscherkassky -ausgehend von seiner berühmten 'CinemaScope Trilogy' - ein Projekt gestartet. Dabei werden Aufträge an acht junge Komponisten und Komponistinnen vergeben, die in ein bis zwei Jahren neue Stücke für Experimentalfilme schaffen sollen. Tscherkassky selbst wird auch beim Symposium sein und über seine Filme sprechen.

Graz, div. Orte, 11.2. bis 21.2., impuls.cc


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