Die Krapfen vom Baumeister

Nach diesem Familienrezept essen Sie keine gekauften Faschingskrapfen mehr

Gerichtsbericht: Katharina Seiser | Stadtleben | aus FALTER 07/17 vom 15.02.2017

Normalerweise dürfen Familienrezepte wie das folgende nicht verraten werden. Das ist eine -von der Wiener Schwiegermama genehmigte -Ausnahme. Aus folgenden Gründen: 1. weil ich mit dem Alter nicht milder, sondern unzufriedener werde mit dem, was mir als "Konditorskunst" verkauft wird, vor allem, wenn es in altem Fett ausgebacken wurde; 2. weil ich mich darüber ärgere, dass bei Verkostungen in Medien noch immer nur die sensorische Qualität im Fokus steht, die Zutaten aber niemanden interessieren; 3. weil ich tierische Produkte zweifelhafter Herkunft, Qualität vortäuschende Aromen (auch im Rum) und Backmittel aus dem Labor nicht essen will; 4. weil ich finde, dass traditionelle Rezepte (in Wien gibt's seit mindestens 500 Jahren Krapfen) durch Nachbacken lebendig bleiben sollen und 5. weil selbst gemachte, lauwarme Krapfen viel besser schmecken als gekaufte.

Ich höre öfter, dass es uncool sei, die Zutaten eines Genussmittels zu hinterfragen und den Leuten die Freude daran zu verderben.

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