Praterdepression auf Achterbahnfahrt

Josef Haders Regiedebüt "Wilde Maus" vereint tolle Schauspieler, klassische Musik und Klamauk


Filmkritik: Michael Omasta

Feuilleton, FALTER 07/17 vom 15.02.2017

Er plustert sich auf, er bettelt, er droht. Hilft alles nix. Der Job des Mittfünfzigers mit dem sprechenden Namen Georg Endl wird eingespart. Eine junge Kollegin, in der Sache nicht allzu versiert, aber für die Zeitung billiger, wird in Hinkunft über klassische Musik berichten. "Es wird Leserproteste geben", prophezeit Endl seinem Chef. Insgeheim glaubt er wohl nicht einmal selbst daran.

"Wilde Maus" ist der erste Film, den der Kabarettist Josef Hader als Regisseur und alleiniger Autor verantwortet, und auch die Hauptrolle spielt er selbst. Er stattet Herrn E. mit der Inbrunst einer wilden Maus aus und lässt ihn in der Folge eine Art kleinen Amoklauf absolvieren, der eher lächerlich als bedrohlich wirkt.

Dass sich Hader dafür die Figur eines abgehalfterten Musikkritikers ausgesucht hat, besitzt einen gewissen Charme: Es macht den Einsatz klassischer Musik anstelle eines handelsüblichen Scores plausibel, ohne dass es sich dabei notwendigerweise um einen Nachweis bürgerlicher Kunstbeflissenheit

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