Die Utopie nach der Krise

Das Theaterkollektiv YZMA entwickelt einen Abend über Thomas Morus "Utopia" und überschreitet nach einer Blockade seine Grenzen

Beobachtung: Martin Pesl
Feuilleton, FALTER 07/17 vom 15.02.2017

Theatermachen besteht aus Krisen. Proben sowieso. Dient die Probe einzig dem Zweck, in stundenlanger Improvisation überhaupt erst ein Stück zu entwickeln, dann herrscht meist deshalb Krise, weil die Schauspieler gerade ausgepowert, ideenlos und langweilig sind. Das kann schon vorkommen, auch wenn Regisseurin Milena Michalek beteuert, dass es ihr in mittlerweile fünf Arbeiten mit dem Theaterkollektiv YZMA noch nie passiert ist.

Bis heute. Heute in St. Pölten geht gar nichts. Michalek unterbricht die Improprobe zu einem von Thomas Morus' Roman "Utopia" (1516) inspirierten Abend am Landestheater Niederösterreich. Kurzerhand erfindet sie eine unkonventionelle Methode der Krisenbewältigung: Sie stellt ihre vier Darsteller in einer Reihe auf, dreht den wuchtigen Soundtrack des Tarantino-Films "Kill Bill Vol. 1" auf und brüllt in ein Mikro, was ihr auf dem Herzen liegt, gerade als der Falter-Journalist hereinkommt, um die Künstler zu interviewen. "Ich bin total sauer", ruft sie, und es

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