Theater Kritiken

Zu kurz gekommen: Hölls Stück vom Wir


MP
Lexikon | aus FALTER 08/17 vom 22.02.2017

Seltsamerweise wurden für diesen Abend die Stühle aus dem Burg-Vestibül entfernt, man sitzt also am Boden. Dafür ist die österreichische Erstaufführung des preisgekrönten Stücks "Drei sind wir" vom Leipziger Wolfram Höll nach einer knappen Stunde wieder aus. Den sparsamen, der Sprache nachspürenden Text ohne Rollenaufteilung spricht das Schauspielertrio Marie-Luise Stockinger, Marcus Kiepe und Tino Hillebrand sauber und mit milder Kühle: Ein "Wir", Eltern eines todkranken Kindes, lenkt sich von der nahenden Tragödie durch einen Umzug nach Kanada, Naturbeobachtungen und Familienbesuche ab. Regisseurin Valerie Voigt-Firon scheint es sich mit manchen szenischen Ideen komplizierter machen zu wollen als nötig (siehe die entfernten Stühle). Trotzdem kommt einem der Abend irgendwie zu kurz vor, um sich entfalten zu können.

Burgtheater-Vestibül, Fr 20.30


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