Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche:

Eiszapfenlimo -die georgische Antwort auf nie gestellte Fragen


LM
Stadtleben | aus FALTER 08/17 vom 22.02.2017

Eine Flasche Korn oder Wodka, eine Packung Eiszapfenzuckerln beigeben, etwa 24 Stunden auf deren Auflösung warten. Fertig ist das in Teilen Österreichs beliebte, weil picksüße, aber stark alkoholische Partygetränk Eiszuckerlschnaps.

Den Geschmack kann man aber anders auch haben. Der georgische Kracherlhersteller Zandukeli, der zur georgischen Brauerei Castel gehört, hat nämlich eine Limonade auf den Markt gebracht, die eins zu eins nach Eiszapfenzuckerln schmeckt.

Nur: Was ist das eigentlich für ein kaum definierbarer Geschmack, den die kleinen blauen Zungengranaten haben? Irgendwie mentholig, jedenfalls süß, vielleicht sind Holunder-oder ähnliche Aromen im Spiel.

Die Antwort lautet Essigsäurepentylester. Eiszapfenzuckerln schmecken nach dem, was rauskommt, wenn Essigsäure mit Pentylalkoholen reagiert. Die so entstandene Flüssigkeit wird neben vielen anderen Bezeichnungen auch Birnenöl oder Birnenether genannt, was uns zurück zu unserer georgischen Limonade führt.

Weil Zandukeli für dieses Safterl hauptsächlich Aromen verwendet, die Verwandtschaftsverhältnisse zu diesem Birnenöl pflegen, nennen sie das Produkt, das rauskommt, Birnenlimonade. Nach Birnen schmeckt hier leider nichts, die Limonade riecht nach Kindergeburtstag und schmeckt so intensiv, dass man sie wahlweise auch als Parfum tragen kann.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt


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