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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 08/17 vom 22.02.2017

Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) machte den Vorschlag, den Wiener Heldenplatz umzubenennen. Er schlägt "Platz der Republik" als Alternative vor.

Tatsächlich haben die Helden der Vergangenheit wenig mit der demokratischen Gegenwart zu tun. In postheroischen Zeiten hätten die Opfer feudaler Feldzüge eher ein Denkmal verdient. Vor der Hofburg ragen noch immer die Heerführer der Habsburger auf ehernen Standbildern in den Himmel. Auch hat der Name Heldenplatz ein Genderproblem. Wo sind etwa die namenlosen Marketenderinnen, die ihr Leben für Gott, Kaiser und Vaterland ließen.

Statt eines pathetischen Platzes der Republik ließe sich eine temporäre, an aktuelle Helden und Heldinnen erinnernde Bezeichnung einführen. Einen Monat lang hieße der Platz nach Marcel Hirscher, dem Sieger von St. Moritz. Für die nächsten vier Wochen wäre er dem Balkancondottiere Sebastian Kurz gewidmet. Eine Kandidatin wäre auch Johanna Mikl-Leitner, die Kleopatra von Hollabrunn.


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