Ihr Kinderlein, kommet

Die Albertina lässt den Mädchenfreund Egon Schiele wieder einmal ungeschoren davonkommen

KRITIK: NICOLE SCHEYERER | Feuilleton | aus FALTER 08/17 vom 22.02.2017

Im Jahr 2014 fand im Leopold-Museum eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema Pädophilie statt. Auch wenn die Sigmund-Freud-Gesellschaft und nicht das Museum selbst der Veranstalter war, so überraschte doch die Offenheit des Schiele-Tempels. Während der Psychotherapeut Diethard Leopold und die Schiele-Biografin Hilde Berger den Künstler vom Verdacht der "Kinderverzahrerei" freisprachen, sah der Sexualmediziner Klaus M. Beier den Fall Schiele anders.

Aus der Art und Weise, wie der Künstler im Park Mädchen ansprach und sie zum Posieren in sein Atelier lockte, wie er vernachlässigte Arbeiterkinder bei sich empfing, sowie aus seiner Fixierung auf adoleszente Körper sprächen, so Beier, pädophile Neigungen. Die Fachleute blieben sich darüber uneins, ob Schiele nur die Kunst antrieb oder auch seine eigene Lust am juvenilen Sex. Eines stand am Ende der Diskussion fest: Es war ein Vergehen, dass er Kinder und "Kindsfrauen" aufforderte, nackig und freizügig für ihn zu posieren. Schließlich

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