"Für mich war Literatur auch Eskapismus"

Egon Schwarz, der aus Wien gebürtige Doyen der Germanisten in den USA, ist 94-jährig verstorben

NACHRUF: MICHAEL OMASTA | Feuilleton | aus FALTER 08/17 vom 22.02.2017

Er war elegant und eloquent, sehr zuvorkommend und zugleich auch äußerst zurückhaltend, kurz gefasst: Egon Schwarz war ein Herr im besten, altmodischen Sinn des Wortes. Wie kein anderer Germanist seiner Generation hat sich Schwarz um die Exilforschung und die Anerkennung eines spezifisch Österreichischen in der deutschsprachigen Literatur verdient gemacht. "Von dir konnte man lernen", schrieb die Autorin Ruth Klüger, die dem Kollegen wie einem "älteren Cousin" verbunden war, "wie man Spaß an der Sprache und am Wortspiel haben kann, ohne gleich vor der Geschichte und dem moralischen Urteil fortzulaufen."

Seine eigene Lebensgeschichte, speziell jene "unfreiwilligen Wanderjahre", auf die der Untertitel seines erstmals 1979 erschienenen und seither mehrfach wiederaufgelegten Erinnerungsbuches "Keine Zeit für Eichendorff" anspielt, besitzt Züge eines tragischen Schelmenromans.

Egon wurde 1922 in eine jüdische Kaufmannsfamilie geboren, wuchs im dritten Wiener Hieb auf und besuchte das

  521 Wörter       3 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige