Männer, die auf Frauen starren

Performances vor Gemälden im Kunsthistorischen Museum: "Ganymed Fe Male" verstärkt wider Willen den männlichen Blick


REPORTAGE: MARTIN PESL
Feuilleton | aus FALTER 08/17 vom 22.02.2017

Wer rechtzeitig eintrifft, ergattert noch ein Klappstühlchen. Alle anderen stehen einander vor der brechend vollen Premiere von Jacqueline Kornmüllers neuester "Ganymed"-Ausgabe im Foyer des Kunsthistorischen Museums auf den Füßen. Wenn vor -und jeweils inspiriert von - 15 Exponaten der Gemäldegalerie Literatur, Musik, Tanz und Text performt werden, soll es diesmal um die Kritik am männlichen Blick auf den weiblichen Körper gehen, der (nicht nur) alte Gemälde prägt. Eher unkritisch räkeln sich vorab Tänzerinnen auf der großen Feststiege des Museums, von weiter hinten lässt sich nur erahnen, dass sie nicht nackt, sondern in hautfarbene Kostüme gekleidet sind.

Schlag 19 Uhr stieben die Aktmodelle auseinander. Die kunstinteressierte Masse wird durch vier verschiedene Eingänge der Galerie geschleust und darf sich dann zwischen den in der Schleife wiederholten Kurzperformances frei bewegen. Dabei erlebt sie wenig Feminismus, viel Kostümprunk, erfreuliche und ärgerliche Überraschungen.

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