Denkmal für einen genialen Feigling

Der Brite Julian Barnes macht den russischen Jahrhundertkomponisten Dmitri Schostakowitsch zum Helden seines jüngsten Romans


BUCHKRITIK: KLAUS NÜCHTERN
Feuilleton | aus FALTER 08/17 vom 22.02.2017

Rund 40 Jahre nach seinem Tod ist dem russischen Pianisten und Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) ein erstaunliches Comeback als Romanheld vergönnt. Sarah Quigley widmete ihm einen mitteldicken Roman ("Der Dirigent"), William "Dürfen's ein paar tausend Seiten mehr sein?" Vollman die Schwarte "Europe Central", und nun hat auch Julian Barnes einen "Schosti"-Roman vorgelegt, in dem der Komponist bei seiner Ankunft in LaGuardia von US-Journalisten respektlos mit Fragen à la "Hey, Schosti, sind dir Blondinen oder Brünette lieber?" empfangen wird.

Diese Episode aus dem Jahr 1949 ist "Im Flugzeug" übertitelt (die anderen beiden, "Auf der Treppe" und "Im Auto", spielen 1936 bzw. in der Chruschtschow-Ära). Sie handelt von einer US-Reise, zu der Schostakowitsch von Stalin persönlich gezwungen wird, um zu helfen, das Image der Sowjetunion aufzupolieren. Für den auch noch flugangstgeplagten Künstler geht sie freilich vollkommen in die Hose, und die Schraube aus Erniedrigung und

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