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BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Falter & Meinung | aus FALTER 08/17 vom 22.02.2017

Besprechungen sind die Geißel des Büromenschen. Kaum irgendwo altern die Leute so schnell wie im Sitzungssaal, weil kaum irgendwo die Zeit so langsam vergeht wie dort. Es sind die notwendigen Übel, die darin montags, dienstags, donnerstags und freitags besprochen werden. Beim Falter etwa: Coverthema, Seitenplanung und die privaten Anekdoten der Chefs.

Die meisten Sitzungen enden mit Kunstwerken; Kugelschreiberskizzen auf kariertem Blockpapier. Besonders gut zeichnen können Josef Redl, Matt hias Dusini und -ein wahrer Meister - Reinhard Hackl. Mit wenigen Strichen hat Hackl eine fein herausgearbeitete Karikatur von jemandem erstellt. Mit noch weniger Strichen steht darunter ein ordinärer Spruch.

Anna Goldenberg symbolisiert in diesen Sitzungen so etwas wie den Regenbogen am Ende der Öde. Denn jedes Mal, wenn die endlos scheinenden Gespräche vorüber sind, schreitet sie zu ihrem Computer und angelt einen geistreichen Cartoon aus den Tiefen des digitalen Ozeans. Sie serviert ihn der Belegschaft zusammen mit dem Namen des Urhebers und einem Link zum Künstler. Dann hängt sie den Seitenspiegel an - so heißt der Plan, in dem sie all das in der Sitzung Besprochene notiert hat.

Goldenberg ist eine jener, die den Sitzungssaal mit einem Lächeln betreten. Sie ist noch jung und hat ein fröhliches Gemüt. Treue Falter-Leser werden das längst bemerkt haben. In dieser Ausgabe finden Sie Goldenbergs 100. Digitalia (Seite 20). Mit dieser liebevollen Kolumne gelingt ihr selbst ein wöchentliches Kunstwerk.


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