Menschen

Die Ballsaison dreht langsam ab

Lukas Matzinger, Birgit Wittstock | Kolumnen/Zoo | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Derart viel war los in der vergangenen Woche, dass wir aber ganz schnell zu den Punkten kommen. Also die Ballsaison in Wien neigt sich langsam dem Ende zu. Mit dem Erblühen der ersten Frühlingsblumen verwelken die Blätter des Ballkalenders. Doch das tun sie, wie jeder weiß, mit einigen ordentlichen finalen Tänzen.

Naja, eh klar, der Opernball war am Donnerstag und er war wirklich überschattet (nicht überstrahlt, wie sich Mirjam Weichselbraun unpassenderweise live auf Sendung versprach) vom Tod der Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. Bundeskanzler Christian Kern sprach darüber, wie es eines Bundeskanzlers würdig war, der Rest versuchte, sich die Sacherwürstel halbwegs so schmecken zu lassen wie sonst auch. Als Ehrengäste aus dem Ausland wurden die ehemalige Schauspielerin Goldie Hawn und die beiden Dschungelcamper Gina Lisa Lohfink und Florian High Class Botox Boy Wess empfangen. Der Gewinner der Dschungelcamp-Staffel Marc Terenzi war am Samstag übrigens in der Großraumdisco Bollwerk gebucht.

Er ist, was andere nie sein werden: kosmopolitisch, leger, uneitel und für die gute Sache. Und weil man das in Wien zu schätzen weiß, war der 23. Flüchtlingsball am vergangenen Freitag im Rathaus ausverkauft. Der Reinerlös der Sause kommt -wie immer - dem Verein Integrationshaus zugute. Während draußen Karten-Dealereien stattfanden, wie man sie sonst nur von großen Pop-Konzerten kennt, wurde drinnen -nachdem Integrationshaus-Ehrenobmann Willi Resetarits und andere ein Machtwort fürs Miteinander gesprochen haben -auf den Tanzflächen abgehottet. Heuer ganz groß: das spanische Barcelona Gipsy Balkan Orchestra und das rumänische Roma-Esemble Fanfare Ciocărlia.

Einer geht noch: Ebenfalls am Freitag hat sich nämlich in der Hofburg der große Immobilienball zugetragen. Da feierte sich die Häuserverkäufer-Branche nicht nur selbst, sondern sammelte auch für ein zweites Kinderhilfe-Haus in Wien. Es spielten The Immotionals, eine Band bestehend aus Leuten aus der Immobilien-und Baubranche, was viel besser war, als es sich anhört.

Aber, damit sie jetzt kein falsches Bild von dieser Stadt haben: Es war natürlich nicht alles Frack in dieser Woche. Es gab auch Pop. Zum Beispiel spielte die Electro-Band The XX einen überragenden Donnerstagabend in der unsäglichen Marx-Halle. Viele, viele Studentinnen sahen ein wirklich spannendes Konzert, und eine Stimmung, wie man sie sich immer wünschen würde.

Am Wochenende feierte der verdienstvolle Kleine-Konzerte-Veranstalter-Bund Teenbeat Club seinen zehnten Geburtstag im Projektraum des WUK. Sie zeigten einen anlässlich des Jubiläums gedrehten Dokumentarfilm über die Wiener DIY-Veranstalter-Szene.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige