Landrand Ruralismus

Wie eine Parte über der Ortstafel


Gerlinde Pölsler
Landleben | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Denen haben sie' s gezeigt, ha! Die ganze Nacht hatte die Thörler SPÖ-Jugend den frisch aufgestellten Maibaum bewacht. Bis sechs Uhr früh. Um halb sieben lag der Baum am Boden. Gefällt von drei Burschen aus Etmißl. Das 480-Einwohner-Dorf wollte nicht mit dem größeren Thörl fusionieren.

Vier Jahre später wehrt sich Etmißl dagegen, dass seine Volksschule zusperren soll. 17 Kinder sitzen noch dort, das Land will mindestens 20 sehen. Mütter erklären öffentlich, wie gut die Kleinschule ihren Kindern tue. Der frühere Bürgermeister versteht nicht, warum man eine Schule schließt, die macht, wofür Eltern in der Stadt viel zahlen: altersübergreifenden Unterricht.

Auch wenn es Argumente für die Schließung geben mag: Eine Schule, die nach 150 Jahren zugedreht wird, ist für ein Dorf, als ob man in Leuchtbuchstaben auf das Ortsschild schriebe: Fahren Sie schnell durch, hier gibt's nichts mehr zu sehen. Hier sind bald alle Lichter aus. Aber ob das Kämpfen noch hilft?"Es gibt kein Recht auf ungestörte Existenz", beschied das Höchstgericht in der Frage der Gemeindefusion den Etmißlern, die heute zu Thörl gehören.


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