Nüchtern betrachtet

Kaffee fürn Kleiber, für die Biker: Knödelreiber


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Zu den wenigen Vorteilen des Älterwerdens zählt die wachsende Unverblümtheit, die einen in die Lage versetzt, die hegemonialen Zeitverplemperungsofferte mit gleichbleibendem Frohsinn abzulehnen oder anzunehmen: Einerseits kann man zu seinen persönlichen Schrullen stehen, hat es aber auch nicht nötig, das eigene Eckenstehertum distinktionshuberisch als Dissidenz gegenüber spätkapitalistischen Entertainmentimperativen auszugeben. Mit anderen Worten: Auf die Ski-WM und die Oscar-Nacht wird geschissen, aber selbstverständlich werfe ich mich in den Wienerwald, sobald man im Eskimopelz im Gastgarten sitzen kann und der kotzgraue Hochnebel, der wochenlang wie ein gusseiserner Topfdeckel auf der Stadt gelegen hat, dem celestischen Rorschachtest weicht, mit dem Hamlet im dritten Akt den Polonius narrt ("Seht Ihr die Wolke dort, beinah in Gestalt eines Kamels?").

Am Samstagvormittag in der Ballsaison sitzt ganz Wien in der Bim, auch ich bin drin und fahr hin, wo alle andern sind. Wüü, wüüü,

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