Theater Kritiken

Das Catchen von Heilbronn


MP
Lexikon | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Die Tarantinoisierung des Theaters schreitet voran, und Gernot Plass ist ihr Anführer. Der Regisseur, Autor und Tag-Leiter wirft dieses Mal einen postromantischen Blick auf Heinrich von Kleists Ritterschauspiel "Das Käthchen von Heilbronn" und nennt ihn "(Ein) Käthchen.Traum". Warum stalkt die Tochter des Waffenproduzenten Friedeborn den Grafen Wetter vom Strahl? Rettet sie wirklich ein Engel aus dem Feuer? Kann es göttlich gelenktes Schicksal sein? Natürlich nicht, Plass hat eine psychologisch greifbarere Lösung parat. Bis es dazu kommt, erlebt man zackige Dialoge, coole Action und ein vielfältig fittes Ensemble, von Nancy Mensah-Offei als crazy Käthchen bis Georg Schubert in mindestens sieben, teils weiblichen Rollen. Das macht Spaß und erinnert daran, dass diese Ritterchose auch 1810 ein ironischer Metathriller war.

Tag, Fr, Sa, Mo, Mi, Do 20.00


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