Kunst Kritik

Wo kein Sand rieseln darf, aber Pilze wachsen

NS | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Es sind fragile Gebilde, die derzeit in der Secession zu sehen sind. Angelika Loderer, Jahrgang 1984, hat aus gepresstem Quarzsand und Metallstangen spannende Skulpturen produziert, die etwas von Hochhausruinen an sich haben. Mit ihrer Materialwahl bezieht sich die ehemalige Erwin-Wurm-Studentin auf Gussverfahren, auch das Bild einer historischen Reiterfigur verweist darauf. Loderers Familie besitzt eine Kunstgießerei, sie selbst rückt mit dem Gusssand vernachlässigte Stoffe ins Licht. Die Frage nach Veränderung bis hin zur Autopoiesis stellt Loderer mit ihren Wandarbeiten, bei denen sie Pilzsporen und Holzspäne in Plexiglasboxen eingesperrt hat. Da wächst etwas vor sich hin, dessen Gestalt jedoch viel weniger reizt als die tollen Sandarbeiten, die man so gerne angreifen würde.

Secession, bis 26.3.


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