Glaube, Hiebe, Hoffnung

In seinem neuen Film "Silence" verneigt sich Martin Scorsese vor dem christlichen Martyrium

Filmkritik: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Schwarzfilm, irgendwo Myriaden zirpender Insekten, dann plötzlich ohrenbetäubende Stille und der Titel von Martin Scorseses jüngstem Film: "Silence". Gemeint ist das Schweigen Gottes, der Schriftzug jedoch mutet so banal und lieblos an, als hätte der siebente Produktionsassistent von links ihn daheim auf seinem ausrangierten Laptop getippt.

Zweifellos ist das Understatement, ein Versuch des Filmemachers vielleicht, seinem Glaubensdrama vorweg gleich jeden unnützen Pomp zu nehmen. Ein löbliches Ansinnen, vor allem in Anbetracht eines Epos von 160 Minuten Laufzeit, dessen Handlung im 17. Jahrhundert spielt und "den japanischen Christen und ihren Hirten" gewidmet ist.

Dem Film liegt der 1966 erschienene gleichnamige Roman von Shusaku Endo zugrunde. Der japanische Autor, im Westen von Kollegen wie Graham Greene hochgeschätzt, beschäftigte sich häufig mit christlichen Themen. Dass gerade "Schweigen" auch unter der linken Studentenschaft populär wurde, führte Endo selbst darauf zurück,

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