Digitalia

IT-Kolumne


Anna Goldenberg
Medien | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Vor Jahren ging ich zu einer Party, die sich als langweilig herausstellte. Ich war in jenem Alter, in dem ich mich unter einem sozialen Druck sah, der mir verbot, mich vor Mitternacht ohne triftigen Grund aus dem verrauchten, schummrigen Keller mit der laut wummernden Musik zu entfernen. Also richtete ich meinen Blick überrascht auf den Nokia-Klotz, der damals das (okay, zweit-)coolste Ding am Markt war, nickte den Teenagern neben mir entschuldigend zu, drückte eine Taste, hielt das Handy ans Ohr und rannte ins Freie. Mit einer imaginären Freundin munter plaudernd ging ich nach Hause.

Heute haben Smartphone-Besitzer imaginäre Freundinnen. Das iPhone hat Siri, die Windows-Telefone Cortana und Google-Phones den Google Assistant. Deren Spracherkennung funktioniert recht gut, sie können sogar Witze erzählen. Immer wieder wird kritisiert, dass die Assistenten nur bedingt auf echte Krisensituationen reagieren können, weil ihnen das Vokabular fehlt. Was Siri & Co mir wohl damals angesichts der langweiligen Party geraten hätten?


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