Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Auster


Heidi List
Kolumnen/Zoo | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Bei all der Traurigkeit auf dem diesjährigen Opernball gab es doch die eine amüsante Begebenheit, nämlich die, als man einen Moderator umherschickte, um herauszufinden, was eine Wiener Auster sei. Wer da Fantasien von etwas gefinkeltem Gabelbissenmäßigem hat, irrt. Wiener Auster ist eine Sexstellung. Dabei liegt die Frau auf dem Rücken, ihre Beine hinter dem Kopf des Mannes verschränkt. Der Mann liegt mit seinem ganzen Gewicht auf und dabei in ihr. Das Lexikon besagt weiter: "Bei dieser Stellung kann der Mann tiefer in die Frau eindringen. Einige Frauen erleben in dieser Stellung aufgrund der erhöhten G-Punkt-Stimulation starke Orgasmen (Alle! Immer! It's True! Anm.)." Die Wiener Sprache ist von jeher eine Überhöhungskünstlerin. Aus der gewöhnlichen Missionarsstellung lässt sich der Mann nur faul mit dem ganzen Gewicht auf die Frau plumpsen und sofort kreiert sich daraus etwas mit so einem pittoresken Namen wie "Wiener Auster".

Deswegen heißen bei uns auch eine Naziparty Akademikerball und Hämorrhoiden Winterkirschen. Was nun das Bild des Winterkirschenballs einbringt. Gern geschehen.


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