Aale in allem: Zitatgrusel in "A Cure for Wellness"

Dr. Robnik | Lexikon | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Vom Fluch der Karibik zum Fluch der Waldklinik: Gore Verbinski, einst Regisseur deppscher Piraterie, bietet nun Thrill im Kurhotel. Da bleibt er im Nassen: Sauna und Becken, See und Essenz, Eintauchen und -flößen, Redeflüsse über Kranksein und Sehendwerden. Das will uns was sagen zur Malaise unserer Welt. Wellness als Kulturtechnik umzäunten Wohlstands wäre ja ein paar Gedanken wert. Hier aber wird's visionär: Mad-Science-Mysterien mit Opernphantomfinale in Babelsberger Gediegenheitsdekor: Gruftigrind nach Vorschrift, Schutt aus 90 Jahren Gruselbarock.

"A Cure for Wellness" nötigt uns Wertschätzung für all die Zitatstilblüten ab, im Minutentakt und auf Stichwort: A cue for Welles ... a cue for Lynch ... Polanski, Ken Russell - you name it, Verbinski has it. Im Blaugrau-Look seines "Ring"-Remakes dreht er "Shutter Island" neu. Sieht Dane De-Haan als Banker-Detektiv, der Therapiepatient wird, deshalb aus wie Di-Caprio? Spielen Mia Goth, Susanne Wuest und Johannes Krisch ihrer ominösen Namen wegen mit? Alles hat mit allem zu tun. Auch mit Aalen. Echt! Aale in visionären Mengen bietet dieser Film. Seine gewollte Weirdness ergibt wohlige Wellness zum Sich-aalen.

Bereits im Kino (OF im Artis und Haydn)


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