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Wird ORF.at bald mit PR-Inhalten befüllt?

Benjamin Breitegger | Medien | aus FALTER 09/17 vom 01.03.2017

Redakteure von ORF Online und Teletext warnen, dass ihre journalistische Unabhängigkeit gefährdet ist. Die ORF-Geschäftsführung plant, die zwei Tochterfirmen ORF ON und die ORF Programmservice GmbH &Co KG zusammenzulegen. Letztere ist unter anderem für die TVthek verantwortlich.

Die Redakteure befürchten angesichts der Zusammenlegung eine Vermischung von Journalismus und PR. "Eine Einmischung von Marketinginteressen in die redaktionelle Arbeit muss kategorisch ausgeschlossen bleiben", schreibt der Betriebsrat in einer Aussendung. Dass es eine zweite Geschäftsführung geben soll, widerspreche zudem dem Ziel, den ORF zu verschlanken, und sei nicht effizient. Der Betriebsrat kündigt deshalb an, sich Maßnahmen zur Durchsetzung der gesetzlichen Mitwirkungsrechte vorzubehalten.

Aus dem ORF heißt es, man verstehe die Sorgen, aber sie seien unbegründet, weil die Bereiche weiterhin in der bisherigen Form selbständig geführt werden würden.

Am Donnerstag will ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem Stiftungsrat ein Konzept vorlegen, das eine weitreichende Strukturreform vorsieht. Redakteurssprecher Dieter Bornemann befürchtet, es werde zu massiven Einsparungsvorgaben kommen.


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