Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Polyamorie

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen


Heidi List
Kolumnen | aus FALTER 10/17 vom 08.03.2017

Polyamorie ist die Praxis, mehr als einen Menschen zur selben Zeit zu lieben, mit dem vollen Wissen und Einverständnis aller beteiligten Partner. Eifersucht soll sich in "Mitfreude" verwandeln, so sagen Praktizierende. Meist gibt es eine Hauptbeziehung, zu der sich Nebenbeziehungen gesellen. Das geht sogar so weit, dass man zu dritt oder gar zu viert zusammenwohnt oder zu siebent, wenn man Friede, Freude und Eierkuchen dazuzählt.

Und falls sich bei dieser Vorstellung trotzdem der Kloß der Einengung im Hals manifestiert, so habe ich eine Erklärung dafür. Es geht um die Sockenkiste. Die, in der die Einzelsocken gesammelt werden, die wohl nach Lösung aller Probleme dieser Welt das letzte große Rätsel der Menschheit geblieben sein werden.

Man weiß, dass man auch in dem menschenumarmenden, herzensbefreienden Lebensmodell der Polyamorie wieder die arme Sau sein würde, die vor diesem Turm der Verdammnis zu sitzen hat und versucht, wenigstens ein einziges monogames Sockenpaar zusammenzukriegen. Natürlich, während man sich für die anderen, die sich derweil knallen, mitfreut.


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