Neue Platten

Pop

Feuilleton | aus FALTER 10/17 vom 08.03.2017

Nadia Reid: Preservation

Die neuseeländische Singer/Songwriterin Nadia Reid steht noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Ihre Musik ist aber schon so komplett, als hätte sie mindestens ein Jahrzehnt auf Tour hinter sich. Dabei macht Reid an sich nicht sehr viel, die besten Songs auf "Preservation" kommen rein mit Gesang und Gitarre aus und ziehen mit leiser Intensität in ihren Bann. Zur Sogwirkung trägt bei, dass ihre Stimme eine Eindringlichkeit hat, die streckenweise fast hypnotisierend wirkt. Großartige, völlig zeitlose Musik. (Basin Rock) SF

Jazz

Led Bib: Umbrella Weather

Der Weg vom versonnenen Walzer zur ekstatisch doppelsaxbewehrten freejazzoiden Hymnik ist für das Londoner Quintett in wenigen Sekunden bewältigt. Aber obwohl Led Bib gut im Gasgeben sind, wird auf den zwölf Stücken nicht einfach drauflosgepowert. Groovedisziplin, solierender Überschwang, chillig-kontemplative Klangimprovisationen und eine punkige Ornette-Coleman-mit-Panzerfaust-Attitüde werden so austariert, dass das Werkl raffiniert rotiert, aber einem nicht um die Ohren fliegt. (RareNoise) KN

Pop

Sibylle Kefer: Hob i di

Sibylle Kefer, früher Mitglied der Ausseer Hardbradler, seit einigen Jahren Solokünstlerin, singt auf ihrem neuen Album erstmals im Dialekt - Kefer stammt aus dem Salzkammergut. Ihre zarte, helle Stimme in Kombination mit Gitarrenklängen - bisweilen auch mit Knopfharmonika und Geige - lassen eine kuschelig-schwelgerische Platte vermuten. Weit gefehlt! Mit höchst komplexen Texten und Melodien zwingt Kefer zur Konzentration und zur Auseinandersetzung mit ihrer Kunst. Und das lohnt sich. (Badermolden) SP

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FALTER 50/18

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