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IT-Kolumne


Anna Goldenberg
Medien | aus FALTER 10/17 vom 08.03.2017

Eine von mir lange gehegte Vermutung wurde nun wissenschaftlich bestätigt: Selfies machen Spaß, nerven aber die anderen. Das zeigte eine kürzlich im Journal Frontiers of Psychology erschienene Studie, in der mehr als drei Viertel aller Befragten angaben, regelmäßig Selfies zu machen. Die eigenen Fotos empfand man als authentisch und selbstironisch; die Selfies der anderen wurden hingegen als Selbstdarstellung gewertet. Überhaupt gaben 82 Prozent der Studienteilnehmer an, in sozialen Medien lieber "normale" Fotos anzusehen. "Selfie-Paradoxon" nannten das die Autoren.

Soll man also aufhören, Selfies zu posten? Aufgepasst: Eine Studie aus dem Journal of Personality and Individual Differences fand heraus, dass das Selbstwertgefühl nach einem Selfie niedriger ist. Allerdings nur, wenn das Bild nicht in sozialen Medien veröffentlicht wird. Das könnte damit zu tun haben, dass die Selbstpräsentation die eigenen Unsicherheiten überdeckt. Wenn Sie also das nächste Mal auf Facebook und Co ein nerviges Selfie sehen, verteilen Sie doch gütig ein Like!


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