Tiere

Gute Namen

Peter Iwaniewicz weiß, dass Donald Trumps Vorfahren Drumpf hießen

Falters Zoo | aus FALTER 10/17 vom 08.03.2017


Zeichnung: Bernd Püribauer » zur Tier-Galerie

In der ersten, durchgängig im Monat März liegenden Woche soll man seinen Namen feiern. Das meint zumindest der Erfinder der Celebrate-your-Name-Week mit dem eher unspektakulären Namen Jerry Hill. Tagsüber ist er als Anthroponomastiker tätig, was eindeutig interessanter klingt als Personennamenkundler. Die Zielbestimmung für diese Feierlichkeiten scheint einfach, man soll „Spaß haben, wenn man mehr über Namen erfährt“. Als Träger eines Namens, in dem sich jeweils drei I und E befinden, kann ich bestätigen, dass es Spaß macht, die Studie der Sprachforscherin Amy Perfors zu lesen: Männer erscheinen umso attraktiver, je mehr sogenannte Vorderzungenvokale wie E und I sich in ihrem Namen finden.

Sehr lustig finde ich auch, dass der Wursthersteller Wiesbauer 2007 gegen einen entsprechenden Geldbetrag erreichte, dass der Osttiroler Mullwitzkogel in Wurstbauer-Spitze umbenannt wurde. Im Volksmund spricht man von diesem Gipfel aber nur despektierlich als Wurstberg.

Mehr Fleisch am Knochen bzw. Geld im Spiel war bei der Namensgebung des erst 2006 neu entdeckten Madidi-Springaffen. Diese Primaten mit einem dichten, buschigen Schwanz leben am Fuß der bolivianischen Anden. Statt diese neue Art wie üblich nach einem bedeutenden Biologen oder nach anatomischen Merkmalen zu benennen, beschlossen die den Affen beschreibenden Biologen, die Namensrechte zu versteigern, um Geld für die bolivianischen Nationalparks zu bekommen. Die goldene Fellkrone im sonst orange-braunen Pelz des Springaffen passt gut zum Onlinecasino GoldenPalace.com, das dann für 650.000 US-Dollar den Zuschlag erhielt. Da die wissenschaftlichen Namen einer lateinisch-altgriechischen Nomenklatur folgen müssen, heißt die Art seitdem Callicebus aureipalatii (lat. aureus: golden und palatium: Palast). Aber vielleicht rufen Touristen beim Anblick dieser Tiere auch „Schau, ein GoldenPalace.com-Affe“ aus.

Ich hoffe, Sie glauben mir diese Geschichten. Denn angeblich misstrauen Menschen komplizierten Namen. In einer Studie der Universität von Michigan sollten die Probanden das Gefahrenpotenzial von Lebensmittelzusätzen bewerten. Je leichter das Wort auszusprechen war, als desto ungefährlicher stuften die Testpersonen das Produkt ein.

Ich finde das gut, denn ich will nicht nur auf Grund meines Namens als „harmlos“ gelten.


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