Stadtrand Urbanismus

Wer will, wer mag, wer hat noch nicht?!

Birgit Wittstock leidet nicht an Gedächtnisverlust

Stadtleben | aus FALTER 10/17 vom 08.03.2017

Wer halbwegs regelmäßig Zeitung liest, wird ob der Ergebnisse des nun veröffentlichten Rechnungshofberichts mit dem klingenden Titel "Ausgewählte Liegenschaftsverkäufe der Stadt Wien -Magistratsabteilung 69" nicht allzu überrascht sein. Der besagt nämlich, die Stadt Wien verkaufe ihre Liegenschaften oftmals weit unter ihrem Wert und sei auch bei der Einräumung von Baurechten viel zu großzügig. Dass der öffentlichen Hand dadurch Millionen verlorengehen, macht aber nix. Denn laut SP-Wohnbaustadtrat Michael Ludwig ermögliche das Verschleudern von Grundstücken den Wienern und Wienerinnen leistbares Wohnen. Netter Versuch, stimmt so aber einfach nicht: Die Freundschaftspreise gelten nämlich längst nicht nur für gemeinnützige Wohnbauträger zur Ankurbelung des Wohnbaus, sondern auch für private Investoren.

Wer nicht an Amnesie leidet, weiß, dass dieses Vorgehen System hat: Dass die Stadt Grundstücke billig an Freunde verramscht, hat der Stadtrechnungshof schon 2006 anhand des Viertels Zwei dokumentiert. Geändert hat sich seither nichts. In Wien gilt: Wer will, wer mag, wer hat noch nicht?


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