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Ubers Trick: Wie man Behörden veräppelt

Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 10/17 vom 08.03.2017

Die Beamten in Paris, Boston und Las Vegas mussten sich wohl sehr wundern. Sie wollten Fahrer des Online-Personenvermittlungsdiensts Uber rufen, um diese zu kontrollieren und zu verwarnen. Schließlich bringt Uber weltweit die Taxlerbranche unter Druck und kümmert sich nicht um nötige Lizenzen oder Gesetze zum Personentransport. Immer wenn Kontrolleure einen Fahrer über Uber rufen wollten, kam niemand.

Die New York Times hat nun eine Erklärung dafür gefunden und stützt sie auf Gespräche mit vier Mitarbeitern, die auch Dokumente zur Verfügung stellten. Demnach benutzte Uber eine spezielle Software namens Greyball, die herausfand, ob jemand tatsächlich ein Kunde war oder Uber nur kontrollieren wollte. Wie ging das?

Jedes Mal, wenn Uber in eine neue Stadt expandierte, vermerkte es die Kontrollbehörden auf ihren digitalen Karten. So fand Uber heraus, ob Kunden die Uber-App häufig in der Nähe dieser Behörden öffneten. Außerdem ließ Uber die Kreditkarteninformationen seiner Kunden auswerten und fand so heraus, ob sie direkt mit einschlägigen Institutionen verbunden waren - etwa einer Genossenschaftsbank der Polizei. Wurde jemand identifiziert, kam er auf die schwarze Liste -und bekam kein Uber-Taxi mehr.


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