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NINA HORACZEK
MEDIEN | aus FALTER 11/17 vom 15.03.2017

Adolf Hitler ein "Judenbengel"? Darüber macht sich die der FPÖ sehr nahe stehende Zeitschrift Zur Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe Gedanken. So könnte der Großvater des Naziführers als "Avraham Eyliyohn" auf dem jüdischen Friedhof in Bukarest begraben liegen, mutmaßt das Blatt, oder aber Hitlers Mutter "Frau Schickelgruber" soll Zur Zeit vorliegenden Gerüchten zufolge "im Wiener Palais Rothschild vom Baron höchstpersönlich geschwängert worden" sein. Jedenfalls hätten die Erzieherinnen im städtischen Kinderheim Linz den "Führer" in spe "einen Judenbengel genannt".

Die Juden sind also sogar an Hitler schuld, jedenfalls im Zur Zeit-Universum. Aber auch die Amerikaner sind böse und halten sich Deutschland als Kolonie. Die neonazistische Mörderbande NSU ist für Zur Zeit hingegen bloß eine "angeblich rechte Terrorgruppe". Ein prominenter Zur Zeit-Sprössling durfte vergangene Woche übrigens Karriere machen. Wendelin Mölzer, Sohn von Zur Zeit-Gründer Andreas Mölzer und bis Ende 2015 Zur Zeit-Chefredakteur, wurde zum neuen Bildungssprecher der FPÖ im Parlament ernannt.


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