Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

BENEDIKT NARODOSLAWSKY | WIR ÜBER UNS : INHALT | aus FALTER 11/17 vom 15.03.2017

Für treue Leser fühlt sich eine Zeitung an wie Heimkommen. Man weiß blind, wo man hinmuss, wenn man hungrig ist. Man kennt die Orte, an denen man sich ausrasten, und jene, wo man sich erfrischen kann. Manche Ecken meidet man aus Gewohnheit, da passt das Feng Shui einfach nicht. Andere wiederum muss man besuchen, weil es die Natur eben so vorsieht.

Man kann treuen Lesern nichts Böseres antun als eine Blattreform (für die Native Speaker unter uns: "Relaunch"). Weil die Leser, wenn sie heimkommen, orientierungslos umherirren, über verrückte Möbel stolpern und dabei mit ihren Köpfen gegen Wände knallen, die irgendein Fremder völlig widersinnig einzog (und nebenbei gesagt auch ziemlich hässlich angefärbelt hat). Wo ist eigentlich der alte Tisch hin? Na gut, er mag ranzig gewesen sein. Aber immerhin hatte er Stil, im Gegensatz zu diesem modernen Gschistigschasti da!

Man kann sich vorstellen, was treuen Lesern nun durch den Kopf schießen mag: Will mich die Zeitung in den Nachrichten aus dem Inneren, dem Schuhkastl des Falter, auf einen Relaunch vorbereiten? Muss ich demnächst mit Abokündigung drohen?

Nein, keine Sorge. Solche grundlegenden Entscheidungen werden nicht einfach so beschlossen. Dazu braucht es Klausuren, die gut geplant sein wollen. So wie jene, die sich die Redakteurinnen und Redakteure vergangenen Herbst für diesen März eingetragen haben. Kam aber nicht zustande. Die Verantwortlichen hatten spontan keine Zeit (Namen der Redaktion bekannt).


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