Die Schöne und das Biest

In einem Wiener Kosmetiksalon verlieren 23 Frauen ihren Job, nachdem ihnen das Arbeitsinspektorat zu Hilfe geeilt war. Aus angestellten Arbeiterinnen werden nun Tagelöhner. Die Posse um die "Wut-Beauty" Katia Wagner ist ein Politikum. Wie konnte es dazu kommen? Ein Frontbericht vom Propagandakrieg um das Arbeitsrecht


Reportage: Florian Klenk
Politik | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Katia Wagner sagt: "Aus. Schluss. Das war 's". Am vergangenen Freitag hat sie dem AMS die Kündigung von 23 Arbeiterinnen des derzeit wohl berühmtesten Kosmetiksalons Wiens gemeldet. "Grund dafür", heißt es in ihrem Schreiben, "sind Auflagen des Arbeitsinspektorats, die mit betriebswirtschaftlich vernünftigen Mitteln nicht umzusetzen sind."

Wagner sagt, sie habe als Jungunternehmerin viel riskiert. Sie sagt es nicht nur, sie schiebt auch Ordner mit Unterlagen herüber, die das beweisen sollen. Sie hat zum Beispiel hohe Kredite aufgenommen. 500.000 Euro steckte sie in ihren kleinen, schicken Betrieb in der Postgasse 16. Sie hat alle ihre Mitarbeiter, auch die Putzfrau, stets nach Kollektivvertrag entlohnt, anders als die Konkurrenz in der beinharten Maniküre-, Pediküre- und Waxing-to-go-Branche, die nur Halbtagsverträge gewähre oder gleich mit Scheinselbstständigen arbeitet. In den letzten vier Jahren überwies Wagner für sich und ihre Angestellten fast eine Million Euro an Umsatz-und

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