Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst


Anna Goldenberg
Falter & Meinung | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Das Auge liest mit, heißt es bekanntlich. Bis Artdirector Dirk Merbach eine Falter-Seite als "richtig klasse" beurteilt, ist es ein harter Weg, der bei den Autoren beginnt, die eigene Vorstellungen haben, wie sie ihre Texte bebildern wollen.

Armin Thurnher präsentiert seinen Suchmaschinensuchergebnisausdruck. Tippt man die URL am oberen Blattrand ein, erscheint das gewünschte Foto. Florian Klenk erklärt, er habe etwas auf Twitter gesehen, einen Moment bitte, er finde es gleich, und attackiert mit beiden Daumen sein Smartphone. Kollegen wie Michael Omasta, Stefanie Panzenböck und Martin Pesl, die ihre Geschichten komplett mit Aufführungs- und Künstlerfotos liefern, gelten als pflegeleicht; im Ressort Stadtleben lässt man zur Freude von Heribert Corn gerne fotografieren. Und jeden Donnerstag bei der Sitzung fragen zudem einige Kollegen schüchtern, ob sich einer der Illustratoren ihrer Texte annehmen wolle.

Am Layout gewerkelt wird im Obergeschoß der Redaktion. Immer wieder schleicht ein Redakteur am Schreibtisch der Chefin vom Dienst vorbei in das Erkerzimmer mit Kanalblick, bleibt hinter Produktionschef Raphael Moser stehen und atmet angespannt, während auf dem Bildschirm die Seiten entstehen. "Das wird schön", sagt Moser. Montags werden die Kunstwerke mit kleinen Porträtfotos, die im Bilderservice der Austria Presse Agentur zu finden sind, vervollständigt, und Isa Grossmann kontrolliert, ob die Urheberangaben stimmen und die Bildunterschriften Sinn ergeben. Das Auge liest nämlich mit.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige