Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Pop

Kommando Elefant: Herz und Anarchie

Die Wiener Band um Alf Peherstorfer veröffentlicht ihr fünftes Album. Ganz nach vorn haben es Kommando Elefant in den letzten zehn Jahren nicht geschafft, aber sie heulen nicht in ihre Biere, sie fühlen sich "In all den abgefuckten Clubs" zu Hause. Peherstorfer ist ein guter Texter, dem hier schön kaputte und auch ein paar euphorisch glitzernde Momente glücken. Manchmal fällt sogar beides zusammen. Wenn bloß die Musik - New-Wave-Schlager mit Gitarre und Synthesizer - nicht gar so einfallslos wäre. (Las Vegas) SF

Jazz

Craig Taborn: Daylight Ghosts

Der Titel ist gut gewählt: Das jüngste Album des US-Pianisten hat schon aufgrund seiner zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen hallaffinen Klangästhetik einen gespenstischen Touch, allerdings keinen düsteren. Verhaltenheit und Rasanz gehen Hand in Hand. Die Spezialität des Quartetts besteht darin, Mantras in epischen Crescendos zu variieren und zu entfalten. Wer gegen repetitiven Überschwang nicht allergisch ist, wird die Leuchtkraft dieser atmosphärisch dichten Musik indes zu schätzen wissen. (ECM) KN

Klassik

Piotr Anderszewski: Fantasies

"Ich höre in der Musik von Mozart und Schumann eine ganz eigene Direktheit auf dem Weg von der Inspiration zur musikalischen Gestaltung", schreibt Piotr Anderszewski und lädt zu einem imaginären Dialog der beiden. In der Fantasie KV 475 und der Sonate KV 457 kommt Mozarts düstere Seite zum Ausdruck. Wie im Rausch erklingt Schumanns große Fantasie op. 17, gefolgt von einer berückenden Interpretation der sogenannten Geistervariationen, die der Komponist kurz vor seinem Tod niederschrieb. (Erato) MDA


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