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Intellektuelle Regung gegen rechte Bewegung


MD
Lexikon | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Die politische Rechte, einst Hort erstarrter Reaktion, ist in Bewegung. In ganz Europa propagieren Rechtspopulisten die Rückkehr zur Volksgemeinschaft und den Kampf gegen alles Fremde. Die Universität für angewandte Kunst Wien widmet dem Rechtspopulismus ein eintägiges Symposium, wobei der Schwerpunkt auf der Kulturpolitik liegt. Die Kultur ist eines der Experimentierfelder des rechten Aktivismus. In Österreich etwa stürmten Mitglieder der Identitären Bewegung Theateraufführungen, um gegen die in ihren Augen fahrlässige Haltung gegenüber Kriegsflüchtlingen aus dem Nahen Osten zu protestieren.

Neben grundsätzlichen gesellschaftspolitischen und kulturwissenschaftlichen Überlegungen zur aktuellen politischen Radikalisierung will das Symposium einen Überblick über kulturpolitische Entwicklungen in ausgewählten europäischen Ländern wie Frankreich oder Ungarn bieten. Dazu werden künstlerische Strategien vorgestellt, die sich mit den aktuellen politischen Veränderungen in Europa auseinandersetzen. Am Beginn der Veranstaltung analysiert der Wiener Politikberater Werner T. Bauer rechtsextreme und rechtspopulistische Tendenzen in Europa. Es folgen Berichte über einzelne Länder.

Der deutsche Politikwissenschaftler Dimitri Almeida beschäftigt sich mit dem französischen Front National, der Schotte Stuart MacDonald gründete das Centre for Cultural Relations der Universität Edinburgh und berichtet über die Stimmung in Großbritannien nach dem Brexit-Votum. Der Künstler Nils Oskamp wurde durch die autobiografische Geschichte "Drei Steine" bekannt. Oskamp wurde in den 1980er-Jahren in Dortmund-Dorstfeld Opfer rechter Gewalt. Auf der Veranstaltung kommen auch Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) und Angewandte-Rektor Gerald Bast zu Wort.

Angewandte, Heiligenkreuzerhof, Do 9.00


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