Musiktheater Kritik

Private Konflikte einer öffentlichen Frau

HR | Lexikon | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Ouvertüre und erste Arie aus dem "Barbiere di Siviglia" hat Rossini beide schon zuvor für Neapel in "Elisabetta, regina d'Inghilterra" verwendet. Die Oper entpuppt sich als genialer Vorgriff auf das romantisch-tragische Musiktheater Italiens und Verdis. Die bestechend kluge Inszenierung von Amélie Niermeyer stellt die kontrastreichen Emotionen der Titelheldin in einem neutralen Raum ganz ohne Requisiten dar. Nur bei öffentlichen Anlässen schwebt die Königin in prächtigen, mit Rädern versehenen Roben über die Bühne. Ihre große Liebe Leicester (Tenor 1), der vom schurkischen Norfolc (Tenor 2) verraten wird, weil dieser eine Tochter Maria Stuarts geheiratet hat, lässt sie samt dessen Gattin und Bruder zum Tod verurteilen, doch am Ende obsiegt die Vernunft einer Herrscherin.

Theater an der Wien, Fr, So, Di 19.00


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